Wie Kinder und Jugendliche durch Coronamaßnahmen besonders benachteiligt werden

Von geschlossenen Schulen, KiTas und Jugendclubs über verrammelte Spiel- oder Sportplätze: Kinder und Jugendliche sind von den drastischen Coronamassnahmen besonders stark betroffen. Zum Schutz meist älterer und vorerkrankter Risikogruppen werden Bildungs- und Entwicklungschancen der jungen Generation stark beschnitten – und das in einem Land, in dem sich die soziale Ungleichheit besonders stark auf Bildungschancen und damit Lebensperspektiven auswirkt.

Es steht zu befürchten, dass die derzeitigen Alternativen zum Schulbetrieb die soziale Spaltung in Sachen Bildungschancen noch weiter vertiefen werden, was eine noch größere Gruppe von Benachteiligten zur Folge haben wird. (Nicht nur) letztere dürften lebenslang unter den Folgen des Shutdowns zu leiden haben, zumal der pauschale Ruf nach mehr „Digitalisierung“ lernpsychologischen und neurowissenschaftlichen Erkenntnissen zuwiderläuft.

Nicht vergessen werden darf auch, dass viele Coronamassnahmen tiefgreifende Einschnitte in Kinderrechte lt. UN-Kinderrechtskonvention darstellen. Es muss bedacht werden, dass mit Kindern und Jugendlichen Menschen betroffen sind, die sich in besonders sensiblen Entwicklungsphasen befinden, die mitunter Auswirkungen auf ihr komplettes zukünftiges Leben haben.

Hier drei interessante Links dazu:

 

Auch von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble gab es einen bemerkenswerten Beitrag

Die Diskussion über den Umgang mit Grundrechten in der Coronakrise hat durch Wolfgang Schäuble einen wichtigen Impuls erhalten. In einem Interview (s.u.) mit dem Berliner Tagesspiegel gab er zu bedenken, dass die Würde des Menschen ein absoluter Wert im Grundgesetz sei. Dem Schutz des Lebens auch die Würde des Menschen unterzuordnen, hält Schäuble für problematisch.

Die Worte des Bundestagspräsidenten lassen aufhorchen. Kinder und Jugendliche sind in weitaus höherem Maß von den Coranamaßnahmen betroffen, als Erwachsene. Sie befinden sich in sensiblen Phasen ihrer psychischen und körperlichen Entwicklung und sind auf eine anregende Umwelt zur Aneignung von Bildungsinhalten angewiesen. Ihr Handlungsrepertoire sowie ihre kognitive Flexibilität sind geringer ausgeprägt, als die vieler Erwachsener. Ihnen gelingt es folglich schwerer, sich mental an eine derartige Krisensituation anzupassen.

Besonders Kinder und Jugendliche werden durch die tiefgreifenden Coronamaßnahmen in der freien Entfaltung und Entwicklung ihrer Persönlichkeiten gehindert. Ihre Kasernierung in elterlichen Wohnungen, der Wegfall wichtiger Sozialkontakte, die Schließung wichtiger Institutionen ihrer Sozialisation sowie die Sperrung von Spiel-, Sport- und Freizeiteinrichtungen verletzen nicht zuletzt auch ihre menschliche Würde. Und das vor allem dann, wenn Kinder eher als Überträger von Seuchen denn als aktive Konstrukteure ihrer Entwicklung wahrgenommen werden.

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