Vom politischen Missbrauch der Wissenschaft, einem neuen Szientismus und der Rockefeller Foundation

Auch die neuste Verlängerung und Verschärfung des Lockdown wurde im stillen Kämmerlein beschlossen. Wieder ohne parlamentarische Beteiligung verabredeten BK und MPs weitreichende Suspendierungen von Grundrechten. Wie immer berief man sich auf die üblichen Experten, insbesondere die Aussagen und Zahlen des RKI. Vorherrschend war auch der „Glaube“ daran, alternativlos nur so verordnen zu können.

Glauben. Im Kontext der stetig ansteigenden Komplexität einer sich rapide wandelnden Welt benötigen Menschen vermehrt Halt, Zuflucht, Ordnung und Gewissheiten – insbesondere in einer Situation der tiefen Verängstigung. An dieser Stelle kommen Religion und Spiritualität ins Spiel. Dass religiöse Fundamentalismen treue Begleiterscheinungen gesellschaftlicher Wandlungs- und sozialer Spaltungsprozesse sind, ist nicht neu.

Hierzu zählt, und das scheint eine neue Entwicklung zu sein, das (Wieder-)Erstarken des Szientismus. Was ist das? Unter Szientismus versteht man die erkenntnistheoretische Auffassung, dass alle Probleme und Fragestellungen ausschließlich auf Basis anerkannter „neutraler“ wissenschaftlicher Beobachtungs- und Messdaten sowie auf Grundlage entsprechender Messverfahren zu klären sind. Aus diesen Daten gewinnt man schließlich Theorien per Induktion.

Was auf den ersten Blick vernünftig erscheint, erweist sich bei näherem Hinsehen als problematisch. Prominentes Beispiel war etwa der „Positivismusstreit“, in dem Vertreter der Frankfurter Schule (Adorno, Habermas) deutliche Kritik an dieser Form der Theoriebildung formulierten.

Eine weitere Folge des Szientismus ist die Annahme, relevante Probleme nur auf technologischem Wege lösen zu können. Und genau das tritt in der Corona-Krise besonders deutlich ans Licht:

– Die Politik wird von abstrakten Zahlen ohne Vergleichsgrößen bestimmt.
– Die Maßnahmen haben fast ausschließlich technische Lösungen (Abstand, Filterwirkungen, Aerosolausbreitungen, Kontaktverfolgungen etc.) zum Inhalt.
– Der Mythos der Digitalisierung wird zum Heilsversprechen. Immer mehr Lebensbereiche werden in den virtuellen Raum verlegt. Man feiert sogar Partys vor der digitalisierten Glotze.
– Die Erlösung von der Krise wird von einem Technologiekonzern in Form eines Impfstoffes eingeleitet. Die Entdeckung des Impfstoffes wird zur „frohen Botschaft“.

Die technokratische (Gewalt-)Herrschaft bestimmt zunehmend die Gesichter von Gesellschaften rund um den Globus. Sie reicht bis tief hinein in den Privatbereich – mit der Tendenz, immer tiefer und nachhaltiger vorzudringen. Bisherige Grundwerte wie Würde, Demokratie oder bürgerliche Freiheiten werden auf dem Altar des politischen Missbrauchs von Wissenschaft im Zuge des neuen Szientismus für nebensächlich erklärt, wenn nicht sogar negiert (Dazu Michael Esfeld: https://neue-debatte.com/2020/12/25/wissenschaft-und-aufklarung-in-der-corona-krise/?fbclid=IwAR0vyGfHZR8VYfDcY4iyaF1Ch0XbOMGIU4Wog2sCnkceGj0sXZJoB5ovK6M)

Die Allmacht der Naturwissenschaft wird zum szientistischen Glaubensgebäude mit quasi-religiösen Zügen. Fast scheint es, als suchten weite Teile der Bevölkerung Zuflucht zu einer ausgewählten (!) Gruppe von Experten („Kanonisierung“). Mit einem Zuge avancieren Pharmakonzerne zu Heilsbringern. Keine Rede mehr von Korruption, kriminellem Profitstreben oder unsauberer Forschung. Blind vertraut man den PR-Meldungen: Wird schon alles seine Richtigkeit haben. Ist ja seriöse Wissenschaft.

Blicken wir zum Abschluss noch kurz in die USA des Jahres 2010. Dort hatten die Rockefeller Foundation und das Global Business Network (mit Peter Schwartz, Gründer des WEF) unter dem sperrigen Titel „Szenarios for the Future of Technology and International Development“ mögliche Szenarien für den Ablauf einer Pandemie erarbeitet.

Heraus kamen vier mögliche Vorstellungen, uns interessiert besonders die Variante „Lock Step“ (Gleichschritt, Link hier: https://norberthaering.de/wp-content/uploads/2020/05/Scenarios-for-the-Future-ofTechnology-and-International-Development.pdf). Kurz zusammengefasst die wesentlichen Aussagen:

– Kontaktverfolgung optimieren
– Verbreiten von Angst durch Massenmedien
– Teilnahme am gesellschaftlichen Leben von Testnachweisen abhängig machen
– Erweitern des Diskursraumes (das, worüber diskutiert werden darf, ohne dass die Bevölkerung auf extreme Vorschläge empört reagiert)
– Strake Reduzierung der Bewegungsfreiheit der Bürger
– Schwächung des Tourismus, des Einzelhandels, einzelner Industrien
– Etablierung autoritärer Praktiken + Überwachung, China dient zunehmend als Vorbild
– Fortbestand / Intensivierung der autoritären Praktiken bis weit nach Pandemieende
– Bürger geben bereitwillig Freiheiten und Privatsphäre an den Staat ab
– Bürger fordern staatlich-autoritäre Führung aktiv ein, geben Rechte ab
– Etablierung neuer Überwachungsmethoden

Kommt uns das irgendwie bekannt vor?>

Nun wurde „Lock Step“ nur als zweitwahrscheinlichstes Szenario angesehen, auf dem ersten Rang stand „Clever Together“. Nun haben sich seit 2010 die geopolitischen Parameter grundlegend verändert. So haben etwa die USA durch die Trump-Administration ihre Führungsrolle verloren, während China auf dem Weg zur globalen Leitmacht aufsteigt.

Bemerkenswert ist jedenfalls, dass sich bereits eine Dekade zuvor eine Gruppe von Leuten die aktuelle Coronakrise sehr genau vorstellen konnte. Eine Gruppe von Leuten, mit sehr viel Geld im Rücken. Einer Gruppe von Leuten, die die Creme der globalen Wirtschaftseliten repräsentieren. Und hier reden wir nicht von Bill Gates oder Elon Musk.

Neulich habe ich einen schönen Spruch gehört, der sinngemäß lautete: „Unintelligenter als die blödeste Verschwörungstheorie ist die Annahme, dass mächtige / reiche Menschen ihren Einfluss NICHT zur Erreichung ihrer Interessen einsetzen würden.“

Die Zahl der Milliardäre ist durch die globalen Coronmaßnahmen übrigens stark angewachsen…

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